„Der Meister des Stroms“

Frank Schmidt, Elektromeister


Elektromeister Frank Schmidt gehört zu den Stadtwerke-Veteranen: Seit dem 1. September 1992 ist er dabei – genau, damals fing seine Ausbildung an, noch in den ehemaligen Gaswerk-Gebäuden an der nördlichen Ringstraße. Heute arbeitet der Elektromeister überwiegend in der neuen Leitzentrale. Hier hat er mit seinen Kollegen den großen Überblick über Schwabachs Stromnetz. Der große Raum

erinnert ein bisschen an Hollywoodfilme: überall Telefone, Monitore voller Netzdiagramme und Lagekarten – und mittendrin eine Funkanlage. „Das vergessen die Leute nämlich gerne: Wenn der Strom großflächig ausfällt, kann auch das Mobilfunknetz streiken – und dann greifen wir zu den guten alten Zweimeterband-Betriebsfunkgeräten, um untereinander zu kommunizieren.“

„Stromausfall wegen Mastumfall“

Am Nachmittag des 19. Januar 2012 erlebt die neuen Leitzentrale ihre Bewährungsprobe: Als Bauarbeiter im Stadtteil Uigenau einen alten Strommasten demontieren wollen, stürzt er in eine 110.000-Volt-Freileitung – und nach einem heftigen Schlag fällt der Strom in mehreren Schwabacher Stadtteilen aus. Verletzt wird zum Glück niemand, und in Windeseile bringen

Frank Schmidt und sein Team den Strom wieder in Fluss: Über Ringleitungen wird der Strom umgeleitet – ungefähr wie bei einem Autobahnunfall, wenn die Polizei Umleitungen einrichtet. Nach nur sechs Minuten können die betroffenen Schwabacher wieder aufatmen. Die Reparatur der beschädigten Freileitungen dauert übrigens ein halbes Jahr.

„Sicherung? Welche Sicherung?“

Solche Störungen machen einem erst klar, wie sehr wir uns an den Strom „aus der Steckdose“ gewöhnt haben. Darum sind viele Schwabacher dezent hilflos, wenn er mal ausfällt. Da gehen auch mitten in der Nacht mal Notrufe bei den Stadtwerken ein, um die sich dann der diensthabende Bereitschaftsmonteur oder -meister kümmert: „Ich habe gerade die Mikrowelle eingeschaltet, und jetzt ist der Strom weg! Überall!“ Dass die defekte

Mikrowelle lediglich die Sicherung oder den FI-Schalter „rausgehauen“ hat, wissen viele Anrufer gar nicht. Also: Stromstecker abziehen und den Sicherungssschalter wieder einschalten. Allerdings haben viele Kunden gar keine Ahnung, wo ihr Sicherungskasten überhaupt ist. Dann hilft der freundliche Bereitschaftsdienst gerne am Telefon weiter – und wenn es gar nicht geht, kommt tagsüber ein Monteur vorbei.

Alle Jahre wieder

Meister Schmidt kann in seiner Leitzentrale auch prima erkennen, wann viele Schwabacher gleichzeitig Strom verbrauchen. In der Weihnachtszeit zum Beispiel. „Wenn ganz Schwabach gleichzeitig in der Küche steht und das Festmahl vorbereitet.

Die Klassiker Weihnachtsgans und Würstchen mit Kartoffelsalat treiben den Stromverbrauch in Schwabach kollektiv nach oben – weil an den Feiertagen einfach mehr gekocht wird.“

Drastische Strafen für Stromdiebstahl

In seinen rund 27 Jahren bei den Stadtwerken hatte Frank Schmidt es auch mit Kunden zu tun, die ihren Stromverbrauch „senken“ wollten, indem sie ihren Zähler illegal manipuliert haben. Der Klassiker ist der Magnet auf dem sogenannten Ferraris-Zähler, der die Rotation der Zählerscheibe verlangsamen soll. Allerdings funktioniert das so gut wie nie, der Zähler kann sogar beschädigt werden, und die Stadtwerke-Mitarbeiter erkennen solche Manipulationen auf den ersten Blick. Elektromeister Schmidt hat sogar einen Fall erlebt, in dem der Kunde eine

Nähnadel erhitzt und durch die transparente Plastikabdeckung des Zählers gestochen hat, um die Zählerscheibe zu fixieren. Er ist aufgeflogen und angezeigt worden, denn „Stromdiebstahl ist kein Kavaliersdelikt“, warnt Schmidt. Je nach Schwere der Manipulation drohen bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe. Also: Wer legal Strom sparen will, geht am besten zur Energiesparberatung. www.stadtwerke-schwabach.de/Fuer-Kunden/Energieberatung1/. Natürlich sind Stromdiebe die absolute Ausnahme unter den Schwabacher Kunden, betont Schmidt.

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